© heijo schlein sabbalodd
Sabbalodd oder auch Sabberlodd ist für den Franken ein Ausdruck der Verwunderung. Dabei kann es sich um etwas eher Negatives handeln (Sabbalodd is des heid a Sauwedder - Das ist heute ein richtiges Sauwetter) - oder es kann etwas Positives verstärken - Sabbalodd, des Audo is fei schee - Das ist wirklich ein schönes Auto. Sabbalodd soll daher nicht nur irgend ein Name meiner Homepage, sondern auch Motto sein.  

Montagsklappe

die “montagsklappe”           

klappe auf und montag rein:

montag raus und klappe zu

Seit 2007 versendet die Schweizer Schriftstellerin Madeleine Weishaupt jeden Montag als literarische E-mail die montagsklappe. Sie sinniert darin über Worte und Werte, lästert über und feiert den Alltag und versucht, dem Montagsblues ein Lachen abzugewinnen (-ringen). Die Themen werden nicht nur konform-klassisch angesprochen, sondern auch ausgereizt; teils bestückt mit Lyrik, Bildern und anderen Querverweisen. Als wöchentliches Lebenselixier zelebriert Weishaupt http://www.satzgefaelle.de/pageID_82498  44.html die freie Form des Denkens und Schreibens - aus dem just jetzt und nun das Alltägliche in Poesie zu verwandeln (nach Robert Stern) ist der Leitsatz der montagsklappe. 
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Die Montagsklappe

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lesen und sehen beim lese - sab

montagsklappe

Die montagsklappe ist eine wöchentlich, zum montag erscheinende e-mail. Ihr inhalt plaudert aus dem tag heraus, erzählt und fabuliert, thematisiert und schickt manchmal auch bilder mit. sinn und sinnlosigkeit reichen sich die hände, sind sich einig oder gehen ihre wege. ein für die schreiberin sich abschalten und abnabeln – ein für die lesenden sich einschalten und einnabeln. madeleine weishaupt

Ihr möchtet                

Madeleine Weishaupt

auch einmal hören - bitte schön - hier ein Interwiev mit ihr sab 65 ist allerdings schon etwas älter
lese-sab726  liebe leserin, lieber leser es steht der sommeranfang bevor, morgen mittwoch - ich grüsse sie mit einem gedicht von hans magnus enzensberger, lob der gewalt haben sie einen angenehmen sommer/anfang/durchlauf (in wenig -erhitzung). m.w.       Natürlich sind wir alle entschieden dagegen, grundsätzlich. Doch wenn dann die Stadt bläulich bebt, nachts das Sommergewitter durch ächzende Bäume flammt, Fenster knallen, die Feuerwehr heult, das Wasser gewalttätig auf die Dachpfannen prasselt -   Ah! eine Wohltat, zehn hoch vier Megawatt, für die wir nichts können, und die wir, wehrlos im heissen bett, über uns hingehen lassen -   die montagsklappe vom montag, 12. juni 2017 entfiel        lese-sab 724 liebe leserin # lieber leser die schweiz stimmt ab. immer mal wieder. manchmal wählt sie auch - also all die menschen, die stimmberechtig bzw. wahlberechtigt sind. also fast alle. jenachdem ist die wahlbeteiligung hoch oder mittel oder kellerig. es kommt meist auf das thema an und dann ist die meinungsäusserung an der urne gross oder gering. und teils gibt es unterschiede im ergebnis nach den sprachlichen landesteilen. die französische schweiz ist offener, die deutschsprachige verschlossener. unter diesen beiden entscheidet sich vieles, manches. aber eine exakte analyse geb ich hier jetzt nicht ab - kann ich auch nicht, weil ich mir manches ergebnis nicht merke, kurzes aha so ist es also ausgegangen, dann gehen wir wieder zur tagesordnung über. es gibt auch ergebnisse, da kann ich nur den kopf schütteln .... oder über das, was abgestimmt wird (pipifaxkram - was für ein aufwand, lächerlich - aber gut, direkte demokratie ist direkte demokratie). als auslandschweizerin darf ich abstimmen, meine meinung zu dieser und jener vorlage abgeben. ja. nein. enthaltung. dann erhalte ich den abstimmungsbrief mit allem drum und dran, kann das heftlein mit dem pro und contra studieren, meine kreuzchen setzen - und den stimmbrief ab ans wahlbüro retournieren. stimmrecht wahrgenommen. meinung geäussert.   ich grüsse, abgestimmt mit dem anhang. m.w.                      lese-sab 722 mehr über den heutigen gast erfahren sie in seinen vielfältigen büchern, auf seiner homepage - www.michael-zeller.de akutelles: In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift TUMULT (Frühjahr 2017) steht mein Gedicht "Die zwei Fräulein und ich". Im Herbst 2016 ist in Charkiv die ukrainische Übersetzung meines Romans KROPP (von 1996) erschienen.  Dem Blauen Montag dem entgehst du nicht wohin du auch fliehst Längst ist er schon da allein für dich bestellt Oder trägst du ihn hin überall in unbescholtene Städte bringst Unglück über die Erde? Dann legst du los mit steifer Hand ein paar Züge Es knirscht ruckt zieht an nimmt wimmernd Fahrt auf Richtung Werktag  Michael Zeller, aus: wie es anfängt : wie es endet. gedichte und gesänge, Bochum 2013 mit einem lieben Gruß für Madeleine und für alle Freundinnen und Freunde ihrer montagsklappe von Michael.              lese-sab 721  aus der zeit gefallen, so könnte das ausfallen der letzten zwei montagsklappen umschrieben werden liebe leserin, lieber leser da kamen die übermorgens vor, dies und das vor der montagsklappe und hinterher war genug bildschirm. sandmännchen ahoi.   wissen sie, was ich mich in letzter zeit frage - wann soll eigentlich ein jeweiliges kalenderblatt vom kalender entnommen werden. also abgerissen. ich habe nämlich zu weihnachten zwei kalender geschenkt bekommen. einer mit starken sprüchen von starken frauen und einen mit literatur aller art, buchbesprechungen, portraits von schriftstellerinnen und schriftstellern (hö - ich hab mich in beiden noch nicht gefunden - schnief) für jeden tag ein blatt, ein zitat, ein hinweis. ja doch, so gesagt, belehrend ist das stellenweise schon. ein aha ein soso - das hätte ich nicht gedacht, sieh an. und ich bin auch erstaunt, dass ich bisher nicht gross im verzug bin mit dem täglichen blick auf die zwei kalender. das verlief auch schon anders .... oh, ich sollte mal wieder ein paar blätter abreissen, damit ich wieder à jour bin. eben, nun hab ich mir in letzter zeit immer mal wieder überlegt, wann sollte das jeweilige tagesblatt eigentlich entnommen werden. am vorabend? am morgen des tages? am mittag des tages? am abend des tages, zum beispiel vor dem zu bett gehen. oder einfach dann, wenn es tagsüber einfällt? es ist nämlich so, dass ich die beiden kalender nicht an einer wand hängen habe, so dass sie mir wie über den weg laufen. die liegen auf der kommode mit regal neben dem schreibtisch, wo noch anderes an arbeit und fächern liegt. und am schreibtisch sitze ich in der regel am abend, ab und an auch tags, aber weniger. morgens das jeweilige blatt zum kaffee schlürfend zu lesen, na, dann hab ich keinen kopf dafür. in den ersten ein zwei stunden muss das haupt erst mal sortiert werden für den anstehenden tag. (und manchmal aussortiert werden von der nacht.) gut, es könnte ein gutes sein gegen die rotationen im kopf, so eine art stimmungsmacherin, ermunterin. aber eben, die frage dazu ist fast schon ein wenig brennend, soll ich zur stunde x oder nicht zur stunde x lesen? am abend, da ist es doch schon zu spät dafür, oder? da fehlt auch sowas wie die nötige portion konzentration - und manchmal auch das spontane erinnern, da ist
lese-sab 786 Klabund Die heiligen drei Könige (Bettelsingen) Wir sind die drei Weisen aus dem Morgenland, die Sonne, die hat uns so schwarz gebrannt. Unsere Haut ist schwarz, unsere Seel ist klar, doch unser Hemd ist besch . . . ganz und gar. Kyrieeleis. Der erste, der trägt eine lederne Hos', der zweite ist gar am A... bloß, der dritte hat einen spitzigen Hut, auf dem ein Stern sich drehen tut. Kyrieeleis. Der erste, der hat den Kopf voll Grind, der zweite ist ein unehlich' Kind. Der dritte nicht Vater, nicht Mutter preist, ihn zeugte höchstselbst der heilige Geist. Kyrieeleis. Der erste hat einen Pfennig gespart, der zweite hat Läuse in seinem Bart, der dritte hat noch weniger als nichts, er steht im Strahl des göttlichen Lichts. Kyrieeleis. Wir sind die heiligen drei Könige, wir haben Wünsche nicht wenige. Den ersten hungert, den zweiten dürst', der dritte wünscht sich gebratene Würst. Kyrieeleis. Ach, schenkt den armen drei Königen was. Ein Schöpflöffel aus dem Heringsfaß - verschimmelt Brot, verfaulter Fisch, da setzen sie sich noch fröhlich zu Tisch. Kyrieeleis. Wir singen einen süßen Gesang den Weibern auf der Ofenbank. Wir lassen an einem jeglichen Ort einen kleinen heiligen König zum Andenken dort. Kyrieeleis. Wir geben euch unseren Segen drein, gemischt aus Kuhdreck und Rosmarein. Wir danken für Schnaps, wir danken für Bier. Anders Jahr um die Zeit sind wir wieder hier. Kyrieeleis. Klabund Gotteslästerung? Offener Brief an die Nationalsozialistische Freiheitspartei Deutschlands Meine Herren! Sie erweisen mir die Ehre, sich in einem Antrag mit meiner bescheidenen Person zu beschäftigen. Ein Gedicht von mir: Die Heiligen Drei Könige hat, so erklären Sie, Ihr religiöses Gefühl verletzt, und Sie rufen gegen dieses Gedicht, Kanonen gegen einen Sperling, den Staatsanwalt auf. Ich bin, so darf ich wohl sagen: entzückt, daß es in dieser stumpfen, dumpfen Zeit noch Menschen gibt, die durch ein Gedicht, ein Kunstwerk also, im tiefsten Herzen erregt und erschüttert werden. Die Aufgabe der Kunst ist ja grade, die Seele zu bewegen und aufzuwühlen. Zu bewegen, wie der Wind die Blüte bewegt. Aufzuwühlen, wie der Sturm das Meer aufwühlt. Während der heutige Mensch allen möglichen mechanischen Reizen wie Radio, Rassenhaß, Boxsport, Theosophie, Weltkrieg und Jazz leicht zugänglich ist, verhärtet und verkrustet sich sein Inneres immer mehr, und es muß schon allerlei geschehen, bis er vor einem Kunstwerk, positiv oder negativ eingestellt, sich elektrisch oder explosiv entlädt. Was also, meine Herren von der Reaktion, Ihre Reaktion auf mein Gedicht betrifft, so bin ich durch sie sehr beglückt. Was aber nun die Folgerungen angeht, die Sie aus Ihrem erregten Zustand zu ziehen belieben, so muß ich vor allem meiner höchsten Verwunderung darüber Ausdruck geben, daß Sie, meine Herren vom Hakenkreuz, in deren Reihen dem altgermanischen Wodanskult das Wort geredet wird, für die das Paradies in Mecklenburg liegt und die sich über den schlappen Christusglauben so oft offenkundig lustig gemacht haben – daß Sie, meine Herren Heiden, die allenfalls für Wodanslästerung zuständig wären, daß ausgerechnet Sie für den von Ihnen immer über die Achsel angesehenen Christengott eintreten und über Gotteslästerung wehklagen. Und was ist das für eine »Gotteslästerung«? Ich kann in dem fraglichen, inkriminierten Gedicht weit und breit keine Gotteslästerung finden – dagegen finde ich bei Ihnen, die sich so gern als Deutscheste der Deutschen bezeichnen, ein gradezu hanebüchene Unkenntnis deutscher Volksbräuche. Denn das Gedicht Die Heiligen Drei Könige bezieht sich gar nicht, wie von Ihnen wohl angenommen, auf die drei Weisen aus dem Morgenland, sondern auf einen am Heiligendreikönigstag in vielen Gegenden Deutschlands geübten Brauch: da ziehen nämlich, als Heilige Drei Könige karikaturistisch kostümiert, drei Burschen im Dorf herum, um mit mehr oder weniger ruppigen Versen bei den Bauern Bier und Schnaps zu schnorren. Diese Verse sind derb, frech, witzig – aber gotteslästerlich? Du lieber Gott! Ich glaube, du hast deine rechte, recht göttliche Freude an ihnen. Denn du bist ja kein nationalsozialistischer Abgeordneter. Du hast ja sogar den Teufel geschaffen, weil dir in deiner ewigen Güte gar nicht wohl war und du eine Art Gegengewicht brauchtest. Ja, ohne den Teufel wärst du eigentlich gar nicht denkbar, gar nicht vorstellbar. Gott und Teufel, Tag und Nacht, Mann und Weib – eines wird erst am andern, an seinem Gegensatz recht sichtbar. Wie ja auch die Nationalsozialistische Freiheitspartei notwendig ist, damit man sieht, daß es auch gescheite Leute auf der Welt gibt. Diese, wozu hoffentlich auch der Staatsanwalt gehört, mögen der Partei klarmachen, sofern man den Dunklen etwas klarmachen kann: daß, wenn ein zwar derbes, aber harmloses Gedicht wie Die Heiligen Drei Könige eine Gotteslästerung sein soll (was dem einen sein Gott, ist dem andern sein Teufel), Goethes Faust von Gotteslästerungen nur so strotzt, daß Goethe auch ein Gedicht von den Heiligen Drei Kömgen geschrieben hat, Epiphanias betitelt, das für den Antrag auf Gotteslästerung vielleicht noch in Betracht kommt. Neben Goethe auf der Anklagebank zu sitzen, würde sich zu einer besonderen Ehre schätzen Ihr ergebener Klabund Nachschrift Um Weiterungen vorzubeugen: ich bin kein Jude! Ich habe keine jüdische Großmutter! Ich bin auch kein Mischling! Ich heiße nicht Krakauer und bin auch nicht aus Lemberg. Ich heiße schlicht mit bürgerlichem Namen Alfred Henschke. Und mein Großvater hat als Erzieher des ehemaligen Kaisers sein Bestes dazu beigetragen, daß wir den Krieg verloren, aber statt dessen die Nationalsozialistische Freiheitspartei gewonnen haben. Das nächste Mal wird es uns hoffentlich umgekehrt gehen. lese-sab 784 Poetopie von lyrikzeitung wir - was für Leute waren das nochmal? Hansjürgen Bulkowski lese-sab 783 liebe angeschriebene der zweite tag in diesem neuen jahr - ich grüsse sie herzlich als ich heute morgen die zeitung aus dem briefkasten nahm und diese auf die halbe seite aufschlug, erblickte ich/mich das hauptthema mit der frage: wird 2018 ein jahr der krisen? - ach herrje, das ist ja ein aufmunterntes zur ersten zeitungslesestunde in diesem jahr. das hat mir gerade noch gefehlt. muss das sein? da ist man neu gestärkt von mut und zuversicht und dergleichen an optimismus, und das jetzt das. tusch, mit voller fetter tinte schwarz auf weiss (konkret farbe, auf ein foto notiert) - wird 2018 ein jahr der krisen? die frage hat mir gerade noch gefehlt. woher soll ich das (denn) wissen? sowieso, es ist mir egal, ob es ein jahr der krisen wird, mich wird nichts erschüttern. dass die dummheit sich nicht aus der welt schaffen lässt, das hab ich inzwischen kapiert und akzeptiert - und versuche das beste daraus zu machen. heija, was soll man sonst machen? nein, denken sie nun nicht, ich sei alltagsblindgehend ob dieser gedanken. von wegen. das akzeptiert heisst nicht, dass ich zu allem ja und amen nicke und sage. und dass ich der meinung bin, man kann ja doch nichts ändern, ist ein zu kleines rädchen in diesem berüchtigten grossgetriebe. von wegen. und deswegen finde ich, von wegen ein jahr der krisen. das ist schwarzmalerei pur und wer den teufel an die wand malt, deren und dessen teufel übermale ich bunt, stelle blumentöpfe zu des teufels füssen. think pink ll hex mex   von wegen ist auch das fast. es kann auch mal ganz sein. ganz mit glanz. glanz mit ganz. das wünsche ich ihnen, ab und an ein ganz mit glanz. bei zeit und an ort. alles andere kommt von selbst. das ist selbstverständlich. of course. bien sûre. naturalmente. desde luego. und alles andere geht von selbst. mit handlung. mit lösung. auf und zu. zu und auf, by time.   m.w.       BLEIBEN WIR   Bleiben wir noch wach solange die Musik so schön spielt Bleiben wir noch wach solange der Morgen nicht graut Solange wir mit der Nacht Schritt halten können im Dunkel mit dem wir uns verbrüdern möchten Bleiben wir noch wach solange die Klänge die Zeit verlieren Bleiben wir noch wach Bleiben wir wach     Julia Hartwig: und alles wird erinnert; Gedichte 2001-2011; Verlag Neue Kritik   madeleine weishaupt ll satzgefälle_büro für kultur ll texte_moderationen_veranstaltungen hardenbergstrasse 80 ll 90491 nürnberg ll telefon 0911 548 329 88   lese - sab 782 lese-sab 781 Macht die Nacht die Farben aus Veröffentlicht am 8. Dezember 2017 von lyrikzeitung Felix Philipp Ingold Vorspruch Macht die Nacht die Farben aus, dann ist es wieder Zeit und sind die Farben eins. (aus dem Notizbuch eines Malers, anonym, 1942) Ein Ah! ist der Anfang von allem und heisst soviel wie Schra…c wie Schwarz. Soviel wie nichts. Drin gehn die Farben unter wenn die Nacht sie dimmt und …c da! …c schon sind sie enthalten. Schon bedeuten sie die ganze Finsternis. Behaupten sich wabernd in ihrer Sinnlosigkeit. Was übrigens auch für die Vokale gilt. Für Eh! das nichts von dieser Schwärze weiss. Für Iii! das s-si-sirenengleich die Morgenröte auf die Spitze treibt. Für Uh! das ewig grünt und Oh! das jedem Blau des Himmels gilt. Doch das Ende von allem ist dann wie immer der morgige Tag der nur einfach alles Heutige zum Gestrigen macht. Aus: Felix Philipp Ingold: Niemals keine Nachtmusik. Gedichte. Klagenfurt und Gaz: Ritter, 2017, S. 7 lese-sab 779 Ich finde es Unsinn, jeden Tag zu leben, als sei es der letzte. Denn was sollte ich an so einem letzten Tag noch tun, ausser mich zurückzulehnen oder in Depressionen zu fallen oder in einen hektischen Aktivismus wie an einem letzten Urlaubstag? Ich bin dafür, jeden Tag so zu leben, als wäre es der erste. Was könnte nicht alles kommen?   Susanne Niemeyer     aus: "als ob"; andere zeiten e. v. lese-sab 778 Glückskatze  ll  Edith Södergran   Ich halte eine Glückskatze im Arm, die spinnt Glücksfäden. Glückskatze, Glückskatze, schaff mir der Dinge drei: schaff einen goldenen Ring herbei, der mir sagt, dass ich glücklich bin; schaff mir einen Spiegel, der mir sagt, dass ich schön bin; schaff mir einen Fächer, der meine quälenden Gedanken kühlt. Glückskatze, Glückskatze, spinn mir doch ein wenig Zukunft. lese-sab 777 Alberto Szpunberg EL BOTÁNICO BAKUNINISTA VE EL ÁRBOL Y EL BOSQUE AL MISMO TIEMPO En el bosque cada árbol crece desde su propia raíz hacia un mismo cielo, siempre inalcanzable, y en sus cálculos de futuro entran la cueva que cavará la ardilla entre sus raíces, los pájaros que harán nido en sus horquetas, el caracol que regará con su baba la corteza, el próximo negro judío gitano palestino tutsi hutu kosovar bosnio chiapanenco curdo armenio chechenio que colgarán de alguna de sus ramas, la hiedra que ocultará el crimen, el viento que barrerá la historia, hasta el hacha que borrará todas las huellas, y cada árbol es al bosque lo que yo a ustedes, por eso todo, todo está en estado de asamblea permanente.   Alberto Szpunberg DER BAKUNINSCHE BOTANIKER SIEHT BAUM UND WALD ZUGLEICH Im Wald wächst jeder Baum von seiner eigenen Wurzel zum selben Himmel, immer unerreichbar, und zu seinen Zukunftsplänen gehören: die Höhle, die das Eichhörnchen zwischen seinen Wurzeln graben wird, die Vögel, die zwischen seinen Astgabeln nisten werden, die Schnecke, die mit ihrem Schleim die Rinde begießen wird, der nächste Schwarze-Jude-Zigeuner-Palästinenser-Tutsi-Hutu-Kosovare-Bosnier-Chiapaner-Kurde-Armenier-Tschetschene, der an einem seiner Zweige erhängt wird, der Efeu, der das Verbrechen dann vertuscht, der Wind, der die Geschichte wegfegen wird, bis hin zur Axt, die alle Spuren dann vernichtet, und jeder Baum ist für den Wald, was ich für euch bin, deshalb ist alles, alles im Zustand einer ständigen Versammlung.   Übertragen von Juana & Tobias Burghardt lese-sab 776 https://youtu.be/bRRnN6B_ZPI Liederseelen Bobo und Herzfeld - live lese-sab 775 roughbook 044: Dieses Buch trägt diesen Titel von Urs Engeler Dieser Gedichtband wäre gern erschienen. Aber er hat sich hinter einem anderen versteckt, der nicht gerne gesehen wird. Von Jahr zu Jahr wird dieser Gedichtband teurer und selbstbewußter werden. Aber noch ist er sehr scheu, so scheu, dass er seine Verfasserin lieber verschweigt. Wenn Sie diese Gedichte lesen, werden Sie danach vergeblich versuchen, dieselbe zu sein: Denn dieses Buch trägt diesen Titel. lese-sab 774 Erich Fried Haus des Brotes   Der Stern steht über dem Haus aber das Dach ist zerfallen   zerfressen von den Strahlen des Sternens   oder zerbrochen als man den Stern hinaufschoss   oder spröde geworden von der Kälte der Nacht   und zersprungen mit dem Knacken von Knochen     (beth-lehem: hebr. Haus des Brotes)   aus: Warngedichte; Carl Hanser Verlag, München; 1964) lese-sab 773 Ensemble Corund performs Gustav Holst: Christmas Day https://www.youtube.com/watch?v=lwNX5PrThiA lese-sab 772 https://youtu.be/9sfknBJlmoo  Silbermond - Irgendwas bleibt lese-sab 769 Soweto Gospel Choir - “Hallelujah” by Leonard Cohen   Performed as part of the Cairns Festival in Australia Munro Martin Parklands 3rd September 2016     https://www.youtube.com/watch?v=wBqHWjGWN6U

Zu Gast bei Loni

Nach der “erfolgreichen Premiere” (Stadtanzeiger NN/NZ vom 18.10.2017) geht es weiter mit dem Schriftsteller, Theaterautor und vielseitigen Dialektpoeten Helmut Haberkamm - Petra Nacke, Kriminalautorin, Redakteurin / Moderatorin, Sängerin - Oliver Seitz, Regisseur der Theatergruppe “Latente Talente” und Heinrich Hartl, mehrfach ausgezeichneter Pianist und Komponist, sorgt für die musikalischen Highlites. Ich freue mich, wenn ihr kommt: Termin 19.Januar 2018 - 19.00 Uhr bis ca. 21.00Uhr - Eintritt frei Dazu gibt es eine gemütliche Atmospähre und für Getränke sorgt das Café. Dafür sorgt das Team vom Loni-Übler-Haus - herzlichen Dank dafür. Loni-Übler-Haus (Kulturladen der Stadt Nürnberg) Marthastr. 60, 90482 Nürnberg
Montagsklappe
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Montagsklappe

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